Projekt „Starthilfe jetzt“

„Tribute to Bambi-Stiftung“ fördert Projekt „Starthilfe jetzt“ des Kinderschutzbundes Ortenau e.V. mit 30.000 Euro. Enge Kooperation der Gemeinden Ringsheim, Rust und des Kinderschutzbund Ortenau e.V.
Soziale und psychologische Begleitung von minderjährigen ukrainischen Geflüchteten in Ringsheim und Rust.

Die ukrainische Vorbereitungsklasse

Der Kinderschutzbund (KSB) Ortenau e.V. erhält für das Projekt „Starhilfe jetzt“, das die psycho-soziale Begleitung ukrainischer Kinder und Jugendlicher in Ringsheim und Rust zum Ziel hat, eine Förderung von 30.000 Euro von der Münchener „Tribute to Bambi-Stiftung“.

Ausgangspunkt der Antragstellung des KSB war eine Bitte der Gemeinden Ringsheim und Rust, bei der Ausformulierung und Umsetzung des Projektes die Federführung zu übernehmen.

Der Kinderschutzbund (KSB) Ortenau e.V. erhält für das Projekt „Starhilfe jetzt“, das die psycho-soziale Begleitung ukrainischer Kinder und Jugendlicher in Ringsheim und Rust zum Ziel hat, eine Förderung von 30.000 Euro von der Münchener „Tribute to Bambi-Stiftung“.
Ausgangspunkt der Antragstellung des KSB war eine Bitte der Gemeinden Ringsheim und Rust, bei der Ausformulierung und Umsetzung des Projektes die Federführung zu übernehmen. Mauritia Mack (Stellv. Vorsitzende) und Edith Schreiner (Vorsitzende des KSB Ortenau e.V.): „Der Bitte der Gemeinden Ringsheim und Rust um Unterstützung bei der Umsetzung eines Hilfsprojektes für die ukrainischen Kinder und Jugendlichen in den beiden Gemeinden sind wir sehr gerne nachgekommen. Wir freuen uns außerordentlich über die Zusage der „Tribute to Bambi-Stiftung“ zu unserem Antrag „Starthilfe jetzt“, die uns in die Lage versetzt, mit Fachkräften eine vertrauensvolle und verlässliche psycho-soziale Begleitung zu schaffen.“

Kai-Achim Klare (Bürgermeister Rust) und Pascal Weber (Bürgermeister Ringsheim): „Mit der Expertise des KSB und der finanziellen Hilfe durch die „Tribute to Bambi-Stiftung“ können wir den Kindern und Jugendlichen in dieser Extremsituation eine unglaublich wichtige Unterstützung bei der Bewältigung des Erlebten an die Hand geben. Das Projekt ergänzt unmittelbar die fundierten Angebote in der Schule um eine fachlich versierte Begleitung durch eine ukrainische Kinderpsychologin. Vielen herzlichen Dank an alle, die dieses richtungsweisende Projekt ermöglicht haben.“ Sabine Kamrath (Leiterin der „Tribute to Bambi-Stiftung“): „Wir waren sehr dankbar, dass die Gemeinden Ringsheim und Rust in kürzester Zeit die Bereitschaft zur Unterbringung der ukrainischen Kinder und Jugendlichen erklärt haben. Es ist uns daher ein großes Anliegen, die Akteure vor Ort in der weiteren Begleitung und Betreuung zu unterstützen. Mit dem KSB steht ein anerkannter und verlässlicher Partner den Gemeinden zur Seite, um mit einem klar strukturierten Projekt den Kindern und Jugendlichen fachlich versierte Ansprechpartner an die Seite zu stellen.“ 

Hintergrund
Flucht und Unterbringung
Am 11. März 2022 erhielt die Gemeinde Rust ein Hilferuf der Stadt Freiburg, vermittelt über die „Tribute to Bambi-Stiftung“. Für eine Gruppe Schülerinnen und Schüler aus Kiew, die durch ein Münchner Busunternehmen aus dem Kriegsgebiet gebracht werden sollten, wurde händeringend eine Aufnahmestelle gesucht.

Nach kurzer Abstimmung erklärten sich die Gemeinden Ringsheim und Rust zur Aufnahme bereit. Am 14. März 2022 konnte die Gruppe zunächst im Europa Park Hotel „Colosseo“ aufgenommen werden, das für die ersten drei Nächte Obdach bot. Mittlerweile sind die 22 Kinder und ihre vier Betreuerinnen in Liegenschaften in Ringsheim und Rust untergebracht.
Die Gruppe setzt sich zusammen aus Schülerinnen und Schülern eines Kiewer Sportinternats und einer Berufsschule (ebenfalls mit Internat) für Schmuckhandwerk, Tourismus und Administration. Die vier Betreuerinnen verfügen über Vollmachten der Eltern bzw. Sorgeberechtigen. Einige Kinder lebten schon in der Ukraine nicht bei ihren leiblichen Eltern. Insgesamt sind in den Gemeinden Ringsheim und Rust mittlerweile über 60 Kinder und Jugendliche aufgenommen worden.

Alltag und Schule
Durch die Gemeinden Ringsheim und Rust ist die Grundversorgung aller Gruppenmitglieder vollumfänglich sichergestellt. Auch eine weitere Ausstattung durch großzügige Sachspenden aus der Bevölkerung konnte rasch gewährleistet werden. Verrichtungen des Alltags werden durch die Gruppen selbst erledigt. Dabei kommt insbesondere den Betreuerinnen eine zentrale Rolle zu. Kurzfristig konnte mit der Gemeinschaftsschule Rust und dem Staatlichen Schulamt Offenburg die Einrichtung von Klassen für ukrainische Schülerinnen und Schüler erreicht werden. Es wird mittlerweile ein gut etablierter Basisunterricht in einer sogenannten Vorbereitungsklasse durch eine angestellte ukrainische Lehrkraft angeboten. Dieser soll dazu dienen, den mittlerweile insgesamt fast 40 Kindern und Jugendlichen eine Tagesstruktur, Austauschmöglichkeiten und erste Sprachstunden zu geben. Die Nachmittage sind immer mehr durch Anbindung an lokale Vereine gefüllt und bieten damit weitere Integrationsmöglichkeiten.

Bedürfnisse
Die aufgebauten Strukturen sind dazu geeignet, eine Grundversorgung der Kinder und Jugendlichen zu gewährleisten. Allerdings bleiben zahlreiche Aspekte aufgrund der weiterhin dynamischen Lage unberücksichtigt:

Traumata: Sowohl die Kinder und Jugendlichen, wie auch ihre Betreuerinnen haben große Belastungen erlebt. Die Kinder sind von ihren Eltern und Angehörigen getrennt und nehmen jeden Tag die katastrophale Lage in ihrer Heimat wahr. Die Hauptlast der psycho-sozialen Begleitung kommt den Betreuerinnen zu, die selbst belastet sind. Alltagsunterstützung: Die Betreuerinnen sind für die Kinder und Jugendlichen nicht nur Bezugspersonen, sondern auch praktisch Haushaltsvorstände. Die gesamte Haushaltsorganisation lastet auf ihren Schultern. Freizeitgestaltung und Einbindung in die lokale Gesellschaft: Vereine und Institutionen der Gemeinden stehen bereit, um allen Geflüchteten Angebote zu machen.

Projektantrag Die beschriebenen Bedürfnisse zeigen, dass es in der Frühphase der Fluchtbewegung insbesondere an psycho-sozialer Begleitung und Unterstützung in der Alltagsbewältigung fehlt, da entweder noch keine öffentlichen Strukturen etabliert werden konnten oder diese schlicht überlastet sind. Deshalb braucht es eine „Starthilfe jetzt“. Um in diesem komplexen Aufgabenfeld professionelle Unterstützung zu erhalten, haben sich die Gemeinden Ringsheim und Rust an Frau Mauritia Mack gewandt, die über ihr Vorstandsamt im KSB über Expertise und ein großes Netzwerk verfügt. Unterstützt durch die Vorsitzende der Ortenauer Sektion, Frau Oberbürgermeisterin a.D. Edith Schreiner, konnten unkompliziert und schnell die Rahmenbedingungen für einen Projektantrag bei der „Tribute to Bambi-Stiftung“ erörtert werden, die eine Unterstützung der Gruppe in Ringsheim und Rust zugesagt hatte. Das erarbeitet Projekt zielt darauf ab, durch die Finanzierung von vornehmlich ukrainischen Fachkräften (Sozialarbeiter und Psychologen) eine Begleitungsstruktur zu etablieren, die mithilft, die beschriebenen Bedürfnisse zu befriedigen. Die geschaffenen Strukturen sollen sich zunächst an die genannte Gruppe richten, wobei allen ukrainischen Kindern und Jugendlichen der beiden Gemeinden Ringsheim und Rust Unterstützung zukommen soll, wenn diese gebraucht wird. Mittlerweile erhielt der KSB die Zusage der „Tribute to Bambi-Stiftung“ über eine finanzielle Förderung von 30.000 Euro. Durch diesen substanziellen Beitrag kann ermöglicht werden, unter anderem durch die Anstellung und Ausstattung einer ukrainischen Kinderpsychologin, den Alltag der Kinder und Jugendlichen zu begleiten, vor allem aber dringend notwendige individuelle Gespräche zur Traumata-Bewältigung zu führen.

Gemeinde Ringsheim

Rathausplatz 1
77975 Ringsheim

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